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Sommer 2022

Schenkung Landshoff

Ein bedeutender Neuzugang zur Bibliothek des Exilmuseums: die Sammlung von Andreas Landshoff, dem Sohn des legendären Exil-Verlegers Fritz Landshoff. Vor seinem Tod Ende 2021 hatte Andreas Landshoff die Stiftung Exilmuseum als Erbin seiner über 600 Bücher bestimmt. Der Bestand umfasst zahlreiche Erstausgaben aus den Exilverlagen Querido, Allert de Lange und Bermann-Fischer.

Fritz Landshoff war bis 1933 Mitinhaber des Gustav Kiepenheuer Verlags. Nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam etablierte er auf Einladung von Emanuel Querido in dessen Verlag eine Exil-Abteilung, die schon bald die wichtigsten aus Deutschland vertriebenen Autor:innen verlegte – darunter Klaus und Thomas Mann, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Oskar Maria Graf, Hermann Kesten, Irmgard Keun und viele weitere. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1940 konnte Fritz Landshoff über London und Mexiko in die USA fliehen und gründete mit Gottfried Bermann Fischer einen neuen Verlag. Exilverlage ermöglichten vielen Schriftsteller:innen, deren Bücher in Deutschland verboten waren, ein bescheidenes Auskommen in ihrer oft prekären Exilexistenz.

Sein Sohn Andreas Landshoff wuchs bei seiner Mutter in Deutschland auf und erfuhr erst nach dem Krieg, wer sein Vater war. Auch Andreas Landshoff wurde Verleger, im Fischer-Taschenbuchverlag, bei Kiepenheuer und beim bedeutendsten amerikanischen Kunstverlag Abrams Books. Er lebte seit den 1960er Jahren in Amsterdam, war ein enzyklopädischer Kenner der Exilgeschichte und pflegte intensiv das Andenken an seinen Vater.

Über das Exilmuseum schrieb er: "Ein Lichtblick ist, dass ja nun (wird auch höchste Zeit!) endlich in Berlin ein (sogar DAS!) Exil-Museum gebaut wird."