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„Wozu braucht es noch ein Exilmuseum, das die individuellen Exilschicksale der NS-Zeit exemplarisch erzählen möchte? Ich finde, die eigentliche Frage lautet: Warum erst jetzt?“

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., Schirmherr des Exilmuseums

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Schon 2011 setzte sich Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein „Museum des Exils“ ein. Sie unterstützt das Exilmuseum Berlin als Schirmherrin.

„Bis heute gibt es in Deutschland keinen zentralen Ort, an dem die Vertreibung Hunderttausender durch die Nationalsozialisten ins Exil sichtbar wird.

Das Risiko der Flucht, das verstörte Leben in der Fremde, Armut, Angst und haltloses Heimweh. All das erleben Menschen bis heute jeden Tag. Umso wichtiger ist es, den Inhalt des Wortes Exil begreifbar zu machen.

Erzählt man von den Geschichten damals, versteht man auch die Menschen besser, die heute in Deutschland Zuflucht suchen. Auch von ihnen wird das Exilmuseum als Ort der Gegenwart erzählen.“

Das
Museum

Was ist Exil?

Im Fokus des Exilmuseums steht die Zeit 1933–1945. Von den Nationalsozialisten verfolgt, flüchtete in diesen Jahren etwa eine halbe Million Menschen ins Ausland. Unzähligen von ihnen gelang der Weg ins – hoffentlich rettende – Exil vom zentralen Anhalter Bahnhof in Berlin aus. Immer war es ein Aufbruch ins Ungewisse, der manchmal ein Leben lang von Fremdheit, Angst und Heimweh begleitet wurde.

Von den Menschen, denen dieses Schicksal widerfuhr, möchte das Exilmuseum Berlin erzählen – und dabei auch die Brücke zur Gegenwart schlagen: Wie wurden Flucht und Entwurzelung zu zentralen Erfahrungen unserer Zeit? Welche Verbindung besteht zwischen dem Exil damals und heute? Und was können wir aus der Geschichte für das Heute lernen?

Stimmen zum Exilmuseum Berlin

„Eine wirklich glänzende Idee! Man reibt sich die Augen und fragt, warum eine so wichtige Idee nicht schon längst Wirklichkeit wurde.“
Frank Herterich (Enkel von Mies van der Rohe)
„Das Projekt Exilmuseum kommt zur rechten Zeit. In einer Zeit, in der Flucht und Exil wieder zu Tagesthemen werden, lenkt es den Blick zurück auf das viel zu wenig beachtete Drama von Vertreibung und Exil nach 1933. Ein Exilmuseum kann Raum werden für ein gemeinsames Erinnern.“
Bundespräsident a.D. Joachim Gauck
„Was das Exil im Innersten bedeutet – und es ist ja letztlich so etwas wie der Verlust der Lebensmitte, des Lebenszusammenhangs –, das hat mich nie jemand gefragt und auch kein Mensch je dafür entschuldigt. Nun soll endlich so ein Ort entstehen, wo diese Frage gefragt, diese Entschuldigungen ausgesprochen werden sollen. Wie schön, wenn ich es noch erleben könnte!“
Georg Stefan Troller
„Ich bin beeindruckt vom bürgerschaftlichen Engagement der Stiftung Exilmuseum. Jeder Beitrag, der das Erinnern fördert und zum Nachdenken über Emigration und Exil anregt, ist willkommen – auch und gerade in Kooperation mit den bereits bestehenden Institutionen und Initiativen, wie sie das Exilmuseum offenbar anstrebt. Denn es braucht eine Menge Expertise und gute Ideen, um den – zum Glück! – in Frieden und Wohlstand aufgewachsenen Nachkriegsgenerationen zu vermitteln, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, eine Heimat zu haben.“
Monika Grütters
„Erzwungene Emigration und Exil prägen das Gesicht der heutigen Zeit noch immer. Deshalb ist es so wichtig, das Bewusstsein an die Emigration der NS-Zeit wach zu halten und Orte wider das Vergessen zu schaffen. Die bittere Realität des Erlittenen, die gebrochenen Biografien dürfen nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft abgehandelt werden, sondern müssen über die Geschichten der Einzelnen von den heutigen Menschen erfahren und begriffen werden. Das verspreche ich mir vom Exilmuseum.“
Klaus-Dieter Lehmann
„Das Exil war 1945 für viele nicht zu Ende. So manche während des Dritten Reichs in Deutschland Gebliebene haben in den 50er Jahren alles daran gesetzt zu verhindern, dass Wissenschaftler aus dem Exil an die deutschen Universitäten zurückkehrten. Auch das gehört in die Geschichte des Exilmuseums. Dieses Museum ist überfällig. Es dient der Bildung der deutschen Identität.“
Ulrich Wickert
„Die Gründung eines Museums der Emigration erscheint heute wichtiger denn je. Dies gilt insbesondere für Deutschland, das immer wieder an die Emigration in den Jahren der Gewaltherrschaft erinnert werden muss. Kaum thematisiert ist der Impuls, der aus der Emigration heraus beim intellektuellen Wiederaufbau der Bundesrepublik geleistet worden ist. Über diesen Spiegel könnte eine neu konzipierte bundesrepublikanische Geschichte entstehen, welche diesen fundamentalen Beitrag der Emigranten neu zu bewerten lehrt.“
Horst Bredekamp
„Exil ist eines der traurigen Menschheitsthemen. Es traumatisiert lebenslang. (...) Das Exilmuseum wird über Literatur und Dokumentation hinaus das Allgemeine mit dem spezifisch Deutschen verbinden; auch die NS-Zeit mit der Gegenwart. Es ist zu befürchten, dass die Thematik nie endet. Für umso wichtiger halte ich die Entstehung des Exilmuseums.“
Michael Wolffsohn
„Die Gründung eines Exilmuseums ist ein großartiges Projekt zu einem Thema, das uns auch täglich in Gedanken und in Begegnungen mit Leidtragenden beschäftigt und uns auch in der Musik mit zerstörten Werdegängen zahlreich begegnet.“
Eliahu Inbal
„Die Vertreibung namhafter deutscher Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler gehört (...) zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie manifestiert sich nirgendwo stärker als in Berlin. Ich wüsste darum keinen besseren Ort als diesen, um die Konsequenzen von Diktatur und geistiger Enge auch räumlich erfahrbar zu machen.“
Nicola Leibinger-Kammüller
„Das Entsetzen über den Holocaust war so erdrückend, dass es lange den Blick auf das Schicksal der Emigranten, das Drama des Überlebens, verstellt hat (...). Welch ein Geschenk, dass nun ein Haus die Geschichten erzählen wird, die längst hätten erzählt werden müssen – vom Leid ungezählter zerbrochener Lebensläufe. (...) Berlin braucht ein Exilmuseum.“
Sibylle Zehle
„Erzwungene Migration und Exil sind Themen von großer Relevanz, sowohl für die Geschichte, die wir am Leo Baeck Institute bewahren wollen, als auch für die aktuellen Herausforderungen, denen Nationen weltweit gegenüber stehen. Daher ist es richtig und zeitgemäß, dass das Exilmuseum heute in Deutschland entsteht. Ein Museum, das sich mit den Einzelschicksalen und den gesellschaftlichen Auswirkungen der Exilerfahrung auseinandersetzt, wird eine wichtige Botschaft in die Welt senden.“
William H. Weitzer
„Wer sich mit der Vergangenheit Berlins beschäftigt, spürt immer wieder, was dieser Stadt heute fehlt an geistiger Substanz. Mit der Vernichtung und Vertreibung der jüdischen Kultur hat sich Berlin eines seiner zentralen und prägenden Fundamente beraubt. Es ist überfällig, dass ein Exilmuseum daran erinnert.“
Florian Illies
„Ich muss hier weg, aber wohin? Für viele Emigranten eine Überlebensfrage. Verehrt, Verfolgt, Vergessen, so der Titel eines Buches jüdischer Schauspieler, die es noch nach Amerika schafften. Ein Exilmuseum, längst überfällig, auch und besonders wichtig gegen das Vergessen. Ein Teil der Bevölkerung ist dabei, zu vergessen. In einigen Städten wird ja schon wieder der Hitlergruß probiert. Es ist erschreckend.“
Armin Mueller-Stahl
„Nach meiner Meinung sollte es kein zu ‚musealer’, sondern eher ein lebendiger Raum werden, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen, in dem Diskussionen und Lesungen, vielleicht sogar kleine szenische Darbietungen oder Konzerte stattfinden.“
Otto Schily
„Ein Museum des Exils ist eine Herausforderung, die unserer Zeit mit ihren vernetzten Räumen, aber auch ihren vielen prekären und schutzlosen Existenzen ganz besonders entspricht! Ausgestellt wird hier nicht, was immer schon und fraglos dazu gehört hat, sondern was an zerbrochene kulturelle Traditionen und Gemeinschaften erinnert und das Verflochtensein unserer Geschichte mit der anderer sichtbar macht.“
Doerte Bischoff
„Ich bin mir ganz sicher, dass die zukünftigen Besucherinnen und Besucher auf jeden Fall auch einen Bezug zur ganz aktuellen Thematik 'Flüchtlinge – Schutz- und Asylsuchende' herstellen und möglicherweise sogar zum Überdenken ihrer Einstellungen angeregt werden.“
Joachim Rosenkranz
„Dieser für die deutsche Geschichte und das zwanzigste Jahrhundert zentrale Stoff ist noch nirgends als Gesamtgeschichte in den Blick genommen worden. Sie nicht zu erzählen wäre verantwortungslos.“
Jens Bisky

Werkstatt
Exilmuseum

Im Frühjahr 2023 ...

... wird die „Werkstatt Exilmuseum“ in der Fasanenstraße 24 eröffnen. Neben dem Stiftungsbüro wird sie ein Labor zur partizipativen Weiterentwicklung der Dauerausstellung sowie Platz für kleinere Ausstellungsprojekte, Workshops und Veranstaltungen bieten.
Hier bekommen alle Interessierten Einblick in die Erarbeitung der Museumsinhalte und den Planungsstand des Neubaus am Anhalter Bahnhof: Worum geht’s? Woran wird gearbeitet? Wie wird das Ganze aussehen? Und wie können Sie sich einbringen?

Über das Programm der „Werkstatt Exilmuseum“ informieren wir bald an dieser Stelle.

Der
Neubau

Das Exilmuseum entsteht

Das Exilmuseum Berlin wird auf der Freifläche zwischen der Portalruine des ehemaligen Anhalter Bahnhofs und dem angrenzenden Fußballplatz stehen.

Zur Realisierung lobte die Stiftung Exilmuseum in Abstimmung mit der Senatsverwaltung und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen internationalen Architekturwettbewerb aus. Der Gewinnerentwurf der dänischen Architektin Dorte Mandrup beeindruckt durch seine bogenförmig geschwungene Front, die der Portalruine viel Raum lässt und sie gleichsam schützend zu umfangen scheint.

Die Eröffnung ist für 2026 geplant.





Dorte Mandrup greift das Motiv der Bögen, Brücken und Tore der alten Bahnhofsarchitektur auf, interpretiert es aber mithilfe einer modernen, eigenständigen Architektursprache neu.

Aktuell

15. Oktober 2022

Open House: Werkstatt Exilmuseum

Ein Meilenstein, der gefeiert werden muss! Die Stiftung zieht um und lädt zu einem ganz besonderen Event im noch unrenovierten Haus!

Sommer 2022

Schenkung Landshoff

Ein bedeutender Neuzugang zur Bibliothek des Exilmuseums.

9. Juli – 17. August 2022

Ausstellung: PLACE

Eine Architekturausstellung über das Werk von Dorte Mandrup – in Zusammenarbeit mit dem Exilmuseum.

8. Juni - 7. Juli 2022

Beteiligung der Öffentlichkeit

Die Pläne für den Museumsneubau am Anhalter Bahnhof können kommentiert werden.

2. März 2022

Max Reinhardt – Berlin und Exil

Cornelia Vossen zu Gast bei einer Veranstaltung der Ausstellung "Berlin Global".

Virtual Reality

ZU/FLUCHT virtuell

Die Ausstellung ZU/FLUCHT lebt weiter!

18. September 2021

Exil damals – Exil heute

Jetzt online: Videomitschnitt der Podiumsdiskussion am Anhalter Bahnhof

Bodengrabungen (2021)

Unter dem Anhalter Bahnhof

Die Bagger sind angerückt: Bodengrabungen am Anhalter Bahnhof.

Die Reise geht weiter

Ausstellung abgebaut

Nach fünf Monaten Ausstellung finden unsere Container ein neues Zuhause.

Die Stiftung

Das Exilmuseum entsteht aus bürgerschaftlichem Engagement.
Wir freuen uns über Ihre Unterstützung.

IBAN: DE81 1007 0100 0298 8244 00
BIC: DEUTDEBB101

Schirmherrschaft
Herta Müller
Joachim Gauck

Vorstand
André Schmitz
Bernd Schultz
Kai Drabe
Ruth Ur
Johannes Wien

Kuratorium
Prof. Dr. Peter Raue
Dr. Mathias Döpfner
Michael Beckel
Kristin Feireiss
Axel Ganz
Prof. Dr. Daniel Koerfer
Konstanza Prinzessin zu Löwenstein
Gabi Quandt
Dr. Chana Schütz
Robert Unger

Wissenschaftlicher Beirat
Im Aufbau

Gründungsdirektor des Museums
Prof. Dr. Christoph Stölzl

Kuratorin
Cornelia Vossen

Geschäftsführung
Meike-Marie Thiele

Assistenz der Geschäftsführung
Nicole Skoczowsky

Wissenschaftliche Mitarbeit
Sarah Blendin
Dana Müller
Philipp Sukstorf

Presse

Hier finden Sie Pressemitteilungen, Bilder, ein Newsletter-Archiv und einen Pressespiegel.

Faltblatt (2020)
Kurze Zusammenfassung aller wichtigen Infos rund um das Exilmuseum
Download

Broschüre (2018)
Über die Ziele und Hintergründe des Exilmuseums Berlin
Download

Kontakt

Stiftung Exilmuseum Berlin
Ludwigkirchplatz 2
10719 Berlin
Telefon: 030 7673 3912 0
Fax: 030 7673 3912 9
info@exilmuseum.berlin

Weiterer Standort:
Fasanenstr. 24, 10719 Berlin


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Impressum und Datenschutz

Ihre Geschichte

Sind Sie selbst, Ihre Familie oder Ihre Bekannten vor den Nationalsozialisten ins Ausland geflohen? Welche Geschichten haben Sie zu erzählen über Exil, Flucht und Emigration, über Verfolgung, das Leben in der Fremde, über Abschied und Neubeginn? Wir freuen uns, wenn Sie uns davon erzählen. Da der Neubau des Exilmuseums am Anhalter Bahnhof stehen wird, interessieren wir uns insbesondere auch für Geschichten des Aufbruchs ins Exil von diesem Bahnhof aus. Kontaktieren Sie uns gerne mit einer kurzen Zusammenfassung Ihrer Geschichte postalisch oder per E-Mail.